Gott versorgt in der Wüste | 2.Mo.16

Jens Stangenberg • 13 August 2018

Bibeltext

1 Von Elim aus zogen die Israeliten weiter und kamen in die Wüste Sin, die zwischen Elim und Sinai liegt. Es war am 15. Tag im 2. Monat nach ihrem Auszug aus Ägypten. 2 Hier in der Wüste stellte sich die ganze Gemeinschaft der Israeliten gegen Mose und Aaron. Sie ärgerten sich: 3 "Hätte Jahwe uns doch in Ägypten sterben lassen, als wir an Fleischtöpfen saßen und genug Brot zu essen hatten! Aber ihr habt uns dort herausgeführt und in diese Wüste gebracht, damit wir alle verhungern!" 4 Da sagte Jahwe zu Mose: "Pass auf! Ich werde euch Brot vom Himmel regnen lassen. Dann sollen die Leute aus dem Lager hinausgehen und so viel sammeln, wie sie für einen Tag brauchen, aber nicht mehr. Ich will das Volk prüfen, ob es nach meiner Weisung leben wird oder nicht. 5 Wenn sie am sechsten Tag die eingesammelte Nahrung zubereiten, werden sie entdecken, dass es doppelt so viel ist, wie sie sonst gesammelt haben." 6 Mose und Aaron sagten zu allen Israeliten: "Heute Abend werdet ihr erfahren, dass Jahwe es war, der euch aus Ägypten herausgeführt hat. 7 Und morgen früh werdet ihr die Herrlichkeit Jahwes erkennen. Er hat euer Murren gehört. Denn wer sind wir schon, dass ihr gegen uns murrt!" 8 Weiter sagte Mose: "Er wird euch am Abend Fleisch zu essen geben und am Morgen Brot, dass ihr euch satt essen könnt, weil Jahwe euer Murren gehört hat. Denn wer sind wir schon? Euer Murren hat sich nicht gegen uns gerichtet, sondern gegen Jahwe." 9 Dann sagte Mose zu Aaron: "Befiehl der ganzen Gemeinschaft Israels: 'Kommt her und stellt euch vor Jahwe auf, denn er hat euer Murren gehört!'" 10 Während Aaron noch zu den Israeliten redete und alle zur Wüste hinschauten, erschien die Herrlichkeit Jahwes in der Wolke. 11 Jahwe sagte zu Mose: 12 "Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sag zu ihnen: 'Am Abend werdet ihr Fleisch essen können und am Morgen Brot, bis ihr satt seid. So werdet ihr erkennen, dass ich Jahwe, euer Gott, bin.'" 13 Gegen Abend kamen Wachteln und ließen sich überall im Lager nieder. Und am Morgen lag Tau rings um das Lager. 14 Als der Tau verdunstet war, blieben auf dem Wüstenboden feine Körner zurück, die aussahen wie Reif. 15 Als die Israeliten das sahen, sagten sie zueinander: "Was ist das?" Denn sie wussten nicht, was es war. Mose sagte zu ihnen: "Das ist das Brot, das Jahwe euch zu essen gibt. 16 Und er befiehlt euch: 'Sammelt davon, so viel ihr braucht, etwa zwei Liter3 pro Kopf, je nachdem, wie viele Personen ihr im Zelt habt.'" 17 Die Israeliten sammelten es also, der eine mehr, der andere weniger. 18 Als sie es zu Hause abmaßen, hatte keiner, der viel gesammelt hatte, zu viel, und keiner, der wenig gesammelt hatte, zu wenig. Jeder hatte genauso viel gesammelt, wie er brauchte. 19 Mose sagte zu ihnen: "Niemand darf bis morgen etwas davon übrig lassen!" 20 Einige hörten nicht auf ihn und legten etwas für den nächsten Tag zurück. Aber am nächsten Morgen war es voller Maden und stank. Mose war zornig über sie. 21 Morgen für Morgen sammelte nun jeder so viel er brauchte. Wenn es heiß wurde, zerschmolz das, was draußen lag. 22 Am sechsten Tag hatten sie doppelt so viel Brot gesammelt, etwa vier Liter pro Person. Die Vertreter der Gemeinschaft kamen zu Mose und berichteten es ihm. 23 Er erwiderte: "Damit ist genau eingetroffen, was Jahwe gesagt hat. Morgen ist ein Ruhetag, ein Sabbat, der Jahwe geweiht ist. Backt, was ihr backen wollt, und kocht, was ihr kochen wollt, und bewahrt den Rest für morgen auf." 24 Sie bewahrten es also bis zum nächsten Morgen auf, wie Mose es angeordnet hatte. Tatsächlich fing es nicht an zu stinken, und es waren auch keine Maden darin. 25 Mose sagte: "Esst das heute! Heute ist ein Sabbat für Jahwe. Heute werdet ihr draußen nichts finden. 26 Sechs Tage sollt ihr es sammeln, aber am siebten Tag ist Sabbat; da gibt es nichts." 27 Trotzdem gingen am siebten Tag einige Leute vom Volk hinaus und wollten sammeln. Aber sie fanden nichts. 28 Da sagte Jahwe zu Mose: "Wie lange wollt ihr euch noch weigern, meine Gebote und Anordnungen zu befolgen? 29 Ihr seht, Jahwe hat euch den Sabbat gegeben. Deshalb gibt er euch am sechsten Tag Brot für zwei Tage. Jeder bleibe also am siebten Tag zu Hause und gehe nicht hinaus!" 30 Da hielt das Volk den siebten Tag als Ruhetag ein.

 

Auslegung

1) Die Wüste ist real. 
Wüste wird mit Durst, Hitze und Erschöpfung verbunden. Die Wanderung des Gottesvolks durch die Wüste wird häufig mit der Erfahrung als Christ in dieser Welt verglichen. Das Alte ist hinter uns und wir sind auf dem Weg in Gottes neue Welt.
"Wüste" ist auch ein Begriff für innere Mangelerfahrungen: Frustriert, müde, erschöpft, enttäuscht. Jeder erlebt innere Wüstenphasen.

2) Das Volk beginnt zu murren
Als das Volk Israel in der Wüste wanderte, wurde es immer unzufriedener. Sie machten Gott und Mose Vorwürfe dafür, dass sie aus Ägypten gezogen waren. 

3 "Hätte Jahwe uns doch in Ägypten sterben lassen, als wir an Fleischtöpfen saßen und genug Brot zu essen hatten! Aber ihr habt uns dort herausgeführt und in diese Wüste gebracht, damit wir alle verhungern!"

Auch im Leben als Christ können ähnliche Fragen aufkommen: Warum bin ich überhaupt Christ geworden? Ohne Gott ist das Leben bunter. Warum geht es anderen Menschen besser als mir? Möglicherweise bereust du es sogar, den Weg mit Gott begonnen zu haben.

3) Gott geht auf das Murren des Volkes ein
Interessant, dass Gott dem Volk keine Vorwürfe macht, sondern es versorgt. Es ist aber keine Versorgung wie in einem Schlaraffenland. Sie müssen hinausgehen und sammeln.

13-15 Gegen Abend kamen Wachteln und ließen sich überall im Lager nieder. Und am Morgen lag Tau rings um das Lager. Als der Tau verdunstet war, blieben auf dem Wüstenboden feine Körner zurück, die aussahen wie Reif. Als die Israeliten das sahen, sagten sie zueinander: "Was ist das?" Denn sie wussten nicht, was es war. Mose sagte zu ihnen: "Das ist das Brot, das Gott euch zu essen gibt.

4) Die Versorgung Gottes war mit zwei Weisungen verbunden
Mit der Versorgung durch Manna und Wachteln verband Gott zwei Gebote. Diese Gebote waren an sich nicht schwer. Trotzdem wurden sie nicht auf Anhieb eingehalten.

Weisung 1: Sammelt nur so viel, wie ihr braucht.

18-19 Jeder hatte genauso viel gesammelt, wie er brauchte.  Mose sagte zu ihnen: "Niemand darf bis morgen etwas davon übrig lassen!"

20 Einige hörten nicht auf ihn und legten etwas für den nächsten Tag zurück. Aber am nächsten Morgen war es voller Maden und stank. 

Warum haben einige Leute mehr gesammelt als sie wirklich brauchten?
Hatten sie Angst, dass am nächsten Tag die Versorgung aufhörte? Trauten sie Gott nicht seine Treue zu? Was ist deine Antwort auf diese Frage?

Weisung 2: Reserviere am 7. Tag Zeit für Gott

25-26 Mose sagte: "Esst das heute! Heute ist ein Sabbat für Gott. Heute werdet ihr draußen nichts finden. Sechs Tage sollt ihr es sammeln, aber am siebten Tag ist Sabbat; 
da gibt es nichts."

27 Trotzdem gingen am siebten Tag einige Leute vom Volk hinaus und wollten sammeln. Aber sie fanden nichts. 

Warum haben die Leute am Ruhetag nicht Pause vom Sammeln gemacht?
Hatten sie Angst, etwas zu verpassen? Was ist deine Antwort auf diese Frage?

28 Da sagte Gott zu Mose: „Wie lange wollt ihr euch noch weigern, meine Gebote und Anordnungen zu befolgen?

5) Fassen wir zusammen:

1) Gottes Zusage: Ich versorge dich Tag für Tag mit allem, was du zum Leben brauchst.

2) Gottes Gebote:

  • Sammele immer nur so viel, wie du zum Leben benötigst. 

=> Horte nicht und hab keine Angst, zu wenig abzubekommen.
  • Reserviere Zeit für Gott in deinem Wochenrhythmus

=> Unterbreche den Alltag und hab keine Angst, etwas zu verpassen, wenn du dich für Gott zurückziehst.

3) Vorschlag für heute

  • Zieh dich für 30 min zurück, schließe die Tür, schalte dein Handy aus, sei unerreichbar.
  • Danke Gott für alles, was er dir täglich neu gibt: Atmung, Herzschlag, Beziehungen, Familie, Naturerlebnisse, Zeit, Essen, warmes Wasser  …
  • Sprich ihm dein Vertrauen aus, dass er dich versorgt.
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